E-Zigaretten aus Public-Health-Perspektive

Ute Mons

| Suchtmedizin | Suchtmedizin

Den kompletten Artikel können Sie in unserer Zeitschrift "Suchtmedizin" nachlesen.

Zusammenfassung

Hintergrund: Das Rauchen ist der größte vermeidbare Risikofaktor für Krankheiten und vorzeitigen Tod unserer Zeit. Mit dem Aufkommen von neuen Tabak- und Nikotinprodukten wie bspw. E-Zigaretten, die im Vergleich zu herkömmlichen Rauchtabakprodukten deutlich weniger Schadstoffe mit sich bringen, ist eine kontroverse Debatte um Harm Reduction entstanden.
Methoden: Der Beitrag bewertet und diskutiert Harm-Reduction-Strategien mittels E-Zigaretten aus Public-Health-Perspektive. Grundlage der Bewertung sind Public-Health-Modellierungsstudien, die im Rahmen einer Literaturrecherche im Sinne eines Scoping Reviews identifiziert wurden.
Ergebnisse: Die Ergebnisse von zehn Modellierungsstudien für die USA, das Vereinigte Königreich und Neuseeland werden narrativ berichtet. Auch wenn die Ergebnisse der Modellierungsstudien wegen unterschiedlicher Methoden und Annahmen schwer vergleichbar sind, ergeben die verschiedenen Modelle dann einen positiven Netto-Effekt im Vergleich zum Status quo, wenn E-Zigaretten Tabakzigaretten ersetzen und so insgesamt zu einer Reduktion der Rauchprävalenz führen, d. h. wenn sie mehr Rauchende von der Zigarette wegbringen als sie nichtrauchende Jugendliche zur Zigarette verführen.
Schlussfolgerungen: Die Studienergebnisse belegen ein Potenzial von Harm-Reduction-Strategien in der Tabakkontrolle. Auch wenn bislang für Deutschland keine Modellierungen vorliegen, wäre angesichts sinkender Rauchprävalenz und geringer E-Zigarettennutzung unter Jugendlichen sowie angesichts weiterhin hoher und teils sogar ansteigender Raucheranteile im mittleren Erwachsenenalter unter vergleichbaren Annahmen vermutlich ebenfalls ein Public-Health-Nutzen durch E-Zigaretten zu erwarten.

English Version:

A public health perspective on e-cigarettes

Background: Smoking is the greatest preventable risk factor for disease and premature death of our time. With the advent of new tobacco and nicotine products such as e-cigarettes, which expose users to significantly fewer harmful substances compared to traditional combustible tobacco products, a controversial debate about harm reduction has emerged.
Method: This article evaluates and discusses harm reduction strategies using e-cigarettes from a public health perspective. The assessment is based on public health modelling studies identified through a literature search in terms of a scoping review.
Results: The results of ten modelling studies for the United States, the United Kingdom, and New Zealand are reported narratively. Although the results of the modelling studies are difficult to compare because of differences in methods and assumptions, the various models yield a net public health benefit relative to the status quo when e-cigarettes replace tobacco cigarettes leading to an overall reduction in smoking prevalence, that is, when they lure more smokers away from cigarettes than they entice non-smoking youth to smoke.
Conclusions: The study results demonstrate a potential of harm reduction strategies in tobacco control. Although no modelling study is yet available for Germany, public health benefits from e-cigarettes would probably also be expected under comparable assumptions, given declining smoking prevalence and low e-cigarette use among adolescents, and given continued high and in some cases even increasing smoking rates in middle age.

Zitierweise:

Ute Mons (2022). E-Zigaretten aus Public-Health-Perspektive. Suchtmedizin 24(2): 89–95

Krausz / Backmund / Walter / Soyka / Haltmayer † / Bruggmann

Addiction Medicine

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