Gesundheitliche Aspekte von Tätowierungen und Permanent Make-up

W. Bäumler

Abstract aus dem Handbuch der Umweltmedizin:

Es ist in vielen Völkern auf dieser Welt eine uralte Tradition, die Haut des Menschen zu tätowieren. In der westlichen Welt hat sich der Trend hin zu sogenannten Schmucktätowierungen in den letzten Jahren erheblich verstärkt, allein Deutschland ist derzeit von mindestens 16 Millionen Tätowierten auszugehen. Dazu gehört auch das so genannte Permanent Makeup (PMU), welches medizinisch gesehen eine Tätowierung der Haut ist.

Tätowierungen und PMU entstehen auch heutzutage durch das Einstechen von Tätowierungssuspensionen in die Haut. Die Tätowierungssuspensionen sind ein komplexes Gemisch aus bis zu 100 verschiedenen Einzelsubstanzen, zum Teil unbekannter Herkunft. Eine staatliche Kontrolle der verwendeten Tätowierungssuspensionen hat bis vor einigen Jahren nicht stattgefunden. Tätowierungen können akute oder langfristige gesundheitliche Probleme beim Menschen auslösen, darunter Infektionen, Fremdkörpergranulome und allergische Reaktionen. Ein großer Teil der in die Haut eingestochenen Tätowierungssuspensionen werden auch in andere Organe transportiert. Welche möglichen Gesundheitsrisiken damit verbunden sind, ist bis jetzt nicht untersucht.

In Anbetracht des Kenntnisstandes bezüglich der Zusammensetzung von Tätowierungssuspensionen und der lückenhaften, gesetzlichen Regelungen muss dem Tätowierten klar sein, dass er allein mögliche
gesundheitliche Risiken zu tragen hat, welche akut oder auch Jahre später zum Tragen kommen könnten.
Den Menschen, die zu Wundheilungsstörungen oder allergischen Reaktionen neigen, ist von einer Tätowierung generell abzuraten. Es ist zu hoffen, dass weitergehende gesetzliche Regelungen in Zukunft
das gesundheitliche Risiko von Tätowierungen und PMU senken können. Epidemiologische Untersuchungen könnten helfen, das gesundheitliche Risiko von Tätowierungen für den Menschen besser
einschätzen zu können.

In der Regel ist eine Tätowierung eine Entscheidung fürs Leben, da eine komplette Entfernung selbst mittels modernster Lasertherapie oft nicht möglich ist.

Zitierweise:
Bäumler W (2020). Gesundheitliche Aspekte von Tätowierungen und Permanent Make-up. In: Wichmann HE, Fromme H (Hrsg): Handbuch der Umweltmedizin, Kap. V-9.1, 66. Erg.Lfg., ecomed Medizin, Landsberg

Wichmann / Fromme

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