Hintergrund: Adipositas mit seinen gesundheitlichen Folgen stellt in Europa und insbesondere auch in Deutschland ein zunehmendes Problem dar. Konventionelle Strategien zur Gewichtsreduktion vermitteln Verhaltensänderungen auf kognitiver, vestandesmäßiger Ebene. Nach dem Ende der Intervention nehmen die meisten Patienten wieder zu. Die mediengestützte Gewichtsreduktion soll zu einer anhaltenden Gewichtsreduktion führen, indem auf emotionaler Ebene durch Ansprechen unterbewusster Regionen im Zentralen Nervensystem eine dauerhafte Verhaltensänderung erreicht wird.
Methode: 10 Monate und 18-24 Monate nach einem Wochenendseminar, auf dem in die Methode der mediengestützten Gewichtsreduktion eingewiesen worden ist, wurden die Patienten nach ihrem Gewicht befragt. Die Inhalte der Adipositasleitlinien werden durch eine das Unterbewusstsein ansprechende verhaltenstherapeutische Intervention, die Elemente der Aversionstherapie und der verstärkenden Verhaltenstherapie enthalten, vermittelt. Medium sind standardisierte, besprochene und musikalisch unterlegte CD’s, die aufeinander aufbauen. Diese enthalten "Negativszenen"," Positivszenen" und "Harmonieszenen". Sie sollten täglich gehört werden. Während des Seminars wurde erklärt, dass man alles essen darf, wozu man Lust hat. Die Patienten erhielten bei Abschluss des Seminars CDs mit verschiedenen Negativ- und Positivszenen sowie Harmonieszenen.
Ergebnisse: Alle zehn Patienten haben ihr Gewicht moderat bis sehr stark reduzieren können, durchschnittlich um 16 kg beziehungsweise um 16% des Ausgangsgewichts. Kein Patient hat wieder zugenommen.
Schlussfolgerung: Mit der Methode der mediengestützten Gewichtsreduktion können Patienten nach nur einem Wochenende selbst erfolgreich abnehmen. Auch nach 18 bis 24 Monaten hält die Gewichtsreduktion an. In einer prospektiven, randomisierten Studie mit großer Fallzahl sollten diese kasuistischen, eindrucksvollen Ergebnisse überprüft werden. |