Das Suchthilfesystem hat sich in den letzten 20 Jahren geändert: Bis Mitte der 1990er Jahre gab es kaum ärztliche Angebote: Es waren nur sehr wenige Plätze zur stationären Entzugsbehandlung vorhanden. Eine medikamentengestützte Entzugsbehandlung wurde nicht angeboten, insbesondere auch keine Substitutionsbehandlung. Die Angst von HIV und AIDS und die steigende Todeszahl Drogenabhängiger ermöglichte neue Therapiestrategien. So wurde die qualifizierte Entzugsbehandlung in der Villa entwickelt, die charakterischerweise soziale, psychische und medizinische Probleme berücksichtigte, eine Aufnahme ohne Vorbedingung ermöglichte und schrittweise Reduktion des Opioids mit D-LMethadon oder Levomethadon beinhaltete. Die damals von vielen Fachleuten abgelehnte qualifizierte Entzugsbehandlung hat sich durchgesetzt. Die Patientenbefragung zeigt, dass das Angebot der qualifizierten Entzugsbehandlung der Villa auch bei konkurrierendem reichhaltigen Angebot an Entgiftungsplätzen und genügend Substitutionsbehandlungsplätzen aufgrund der guten Atmosphäre und Empathie angenommen wird. |