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ÜbersichtsbeiträgeMikrobielle flüchtige organische Verbindungen Expositionsindikatoren bei Schimmelpilzbefall in Innenräumen? Helmut Sagunski Korrespondenzautor: Dr. rer. nat. Helmut Sagunski, Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Referat für Toxikologische Bewertungen, Tesdorpfstraße 8, D-20148 Hamburg
Schimmelpilze in Innenräumen können ein komplexes Spektrum gesundheitlicher Wirkungen auslösen. Beim gegenwärtigen Kenntnisstand läßt sich jedoch die Größe des gesundheitlichen Risikos bei einem Schimmelpilzbefall in Innenräumen nicht genau angeben. Eine entscheidende Voraussetzung zur Abschätzung ihrer gesundheitlichen Bedeutung stellt die Bestimmung der Exposition gegenüber Schimmelpilzen dar.
Der Übersichtsbeitrag stellt sowohl etablierte als auch neuere Verfahren zur Expositionsabschätzung vor. Neben der Messung von Pilzsporen bzw. Pilzbestandteilen sowie Mykotoxinen im Hausstaub oder in der Raumluft bildet die Quantifizierung leichtflüchtiger Pilzstoffwechselprodukte in der Raumluft einen neuartigen Ansatz zur Abschätzung einer Exposition. In bisher durchgeführten Untersuchungen konnte für die Verbindungen 1-Octen-3-ol, 2-Hexanon und 2-Heptanon sowie in schwächerem Maße für 2-Octen-1-ol, 2-Methyl-1-propan, 1-Butanol und 3-Methylfuran ein Zusammenhang mit dem Ausmaß des Schimmelpilzbefalls gezeigt werden. Die gefundenen Konzentrationen dieser Substanzen in der Raumluft liegen allerdings um mehrere Größenordnungen unterhalb des Konzentrationsbereichs, in dem üblicherweise toxische oder irritative Wirkungen flüchtiger organischer Verbindungen beobachtet werden.
Zur Abklärung der Bedeutung dieses neuartigen Ansatzes bedarf es systematischer Untersuchungen, insbesondere zur Auswahl geeigneter Leitsubstanzen, zum zeitlichen Verlauf und zur Abhängigkeit der Konzentrationen an leichtflüchtigen organischen Verbindungen von den Wachstumsbedingungen der einzelnen Pilzarten sowie zur Wahrnehmung des Schimmelpilzgeruchs. Angesichts des bisherigen Wissenstandes sind die Voraussetzungen für einen Routineeinsatz dieses Verfahrens in der umweltmedizinischen Praxis nicht erfüllt. | | Schlagwörter:Exposition, Schimmelpilze; Expositionsabschätzung, Schimmelpilze; Innenraumluft; Innenräume, Schimmelpilze; mikrobielle flüchtige organische Verbindungen; MVOCs; Risikoabschätzung, Schimmelpilze; Schimmelpilze, gesundheitliche Risiken; Wirkungsendpunkte |
Microbial Volatile Organic Compounds as Makers of Exposure to Indoor Mould? Helmut Sagunski Corresponding author:: Dr. rer. nat. Helmut Sagunski, Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Referat für Toxikologische Bewertungen, Tesdorpfstraße 8, D-20148 Hamburg
The occurrence of mould in buildings may cause adverse health effects. Despite this fact, the relevance of this health risk has not been evaluated yet. In most studies, exposure to indoor mould has not been validated and quantified by objective methods.
Several approaches are available to assess exposure to indoor mould including fungal propagules in indoor air and house dust, mycotoxins or extracellular polysaccharides in house dust and micobial volatile organic compounds (MVOC) in indoor air. An association with the extent of indoor mould has been shown for some selected MVOC, e.g. 1-octen-3-ol, 2-hexanon, 2-heptanon and, to a lesser degree, for 2-methyl-1-propanol, 1-butanol, 2-octen-1-ol and 3-methylfuran.
Basic studies on the selection of suitable indicator MVOCs and the dependence of indoor air concentrations on fungal growth are needed before an implantation of this method in environmetal medicine can be recommended. Moreover, the health effects of MVOC should be examined more thoroughly to establish validated does-response-relationships. Both data on exposure and dose-response will improve the assessment of health risks of indoor mould. | | Keywords: endpoints of effect; exposure assessment; indoor; indoor air; microbial volatile organic compounds; mould, health risks by; MVOC; risk assessment; wxposure to mould |
2 UFP (2) 95-100 (1997)
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