Aktuelle Entwicklungen in der Indikationsstellung zur operativen Myokardrevaskularisation: Lehren aus der Vergangenheit für eine bessere Versorgung in der Zukunft

F. Fleissner, I. Ismail

Zu Beginn des Jahres 2020 wurden die 5-Jahres-Ergebnisse der Excel-Studie publiziert. In dieser Arbeit wurden die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie zum Vergleich zwischen einer interventionellen Behandlung mittels perkutaner Stentimplantation (PCI) mit der operativen, aortokoronaren Bypassversorgung (CABG) bei Hauptstammstenose verglichen. Sowohl auf der Jahrestagung der European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) (3.–5. Oktober, Lissabon, Portugal) als auch in den populären Medien (BBC) wurde Kritik an der Studie laut, die letztendlich zu Verwerfungen zwischen der EACTS als Vertretung der Kardiochirurgen und der ESC (European Society of Cardiology) als Vertretung der Kardiologen geführt haben. Präsentiert wurden die Kritik federführend von Prof. Taggart (Department of Cardiac Surgery, University of Oxford, John Radcliffe Hospital, Oxford) unter anderem in einer Sendung der BBC („Newsnight“, 9. Dezember 2019).


In der Folge kam es zum Eklat, als die EACTS als europäische Vertretung der Herzchirurgie ankündigte, die mit der ESC ausgearbeiteten, gemeinsamen Leitlinien bezüglich der Koronarrevaskularisation der Hauptstammstenosen von 2018 nun nicht mehr anzuerkennen. In einer öffentlichen Erklärung an die Mitglieder wurde dies kundgetan. Dies wurde damit begründet, dass die Ergebnisse der Excel-Studie wesentlich dazu beigetragen haben, ob eine interventionelle Therapie mittels perkutaner Koronarintervention (percutaneous coronary intervention, PCI) oder eine chirurgische Versorgung mittels koronarer Bypassanlage (coronary artery bypass graft, CABG) die Therapie der Wahl bei der Hauptstammstenose sei.

Definition Myokardinfarkt
Ein wesentlicher Kritikpunkt war die Definition des primären Endpunktes. Kombinierte (bzw. zusammengesetzte) Endpunkte als primärer Endpunkt in klinischen Studien bieten viele Vorteile, u.a. eine Zunahme der statistischen Effizienz bei geringerer Stichprobengröße. Damit kann eine zügigere Beendigung einer Studie mit der Möglichkeit erfolgen, verschiedene Effekte einer medizinischen Intervention auch summarisch auszuwerten. Das primäre Problem lag in der Definition des primären Endpunktes: Eine Kombination aus Mortalität, Apoplex und Myokardinfarkt.

 

Im Buch finden Sie den kompletten Beitrag mit weitergehenden Informationen.

Zitierweise:

Fleissner F, Ismail I (2021). Aktuelle Entwicklungen in der Indikationsstellung zur operativen Myokardrevaskularisation: Lehren aus der Vergangenheit für eine bessere Versorgung in der Zukunft. In: Jähne J, Königsrainer A, Ruchholtz S, Schröder W (Hrsg): Was gibt es Neues in der Chirurgie? Jahresband 2021, Kap. 4.2, ecomed Medizin, Landsberg

Jähne / Königsrainer / Ruchholtz / Schröder

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