Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

V. Faust

Autismus-Spektrum-Störungen, wie man heute die verschiedenen autistischen Störungen zusammenfasst, sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die sich über die ganze Spanne eines Lebens erstrecken.

Was muss man wissen?

  • Der Begriff Autismus wurde 1911 von dem Schweizer Psychiater Eugen Bleuler eingeführt. Er beschrieb damit ein Grund- Symptom der Schizophrenie, sprich: gedankliche Binnenwelt und Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte. Den Begriff und seine Symptomatik übernahmen 1943 der US-amerikanische Psychiater Leo Kanner und 1944 der deutsche Psychiater Hans Asperger, um das autistische Störungsbild bei Kindern zu charakterisieren. Die Erkenntnis: Autistische Kinder ziehen sich nicht aktiv in ihre Phantasiewelt zurück, sondern sind schon primär unfähig, überhaupt soziale Kontakte zu entwickeln. Demnach trifft auf sie die ursprüngliche Charakterisierung und Bezeichnung von E. Bleuler nicht zu; dennoch wurde sie beibehalten, weil weltweit gebräuchlich.

 

  • Klassifikation: Als tiefgreifende Entwicklungsstörungen fanden die später so zusammengefassten Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) erstmalig 1980 Eingang in ein internationales Klassifikationssystem, nämlich das US-amerikanische Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen – DSM-III der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA). In den folgenden Ausgaben des DSM-IV und der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen – ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fand die Konzeption der ASS als Zusammenschluss verwandter Subtypen von Störungen aus dem autistischen Spektrum Verwendung in der internationalen Diagnostik bis heute.


Das im deutschsprachigem Raum gültige Klassifikationssystem ICD- 10 unterscheidet zwar nach wie vor zwischen frühkindlichem Autismus, atypischem Autismus und dem so genannten Asperger-Syndrom, doch dürfte sich dies mit der Neuauflage der ICD-11 ändern, und zwar in Anlehnung an das inzwischen vorliegende DSM-5®.

Im Buch finden Sie den kompletten Beitrag mit weitergehenden Informationen zu Definition, Prävalenz, Beschwerdebild sowie therapeutische Möglichkeiten.


Zitierweise:
Faust V (2020): Von Amok bis Zwang - Band 6, ecomed Medizin, Landsberg

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