Luftverunreinigungen in Innenräumen

H. Fromme

Weiterführende Informationen können Sie in unserem Kompendium "Luftverunreinigungen in Innenräumen - Vorkommen und gesundheitliche Bewertungen von chemischen, physikalischen und biologischen Faktoren" nachlesen.

Einleitung

Veränderte Lebens- und Arbeitsgewohnheiten haben dazu geführt, dass wir uns in Industrieländern täglich bis zu über 90 % im Inneren von Gebäuden aufhalten und dort einer Vielzahl, auch gesundheitlich bedenklicher chemischer, physikalischer und biologischer Einflussfaktoren ausgesetzt sein können. Eine unbelastete Innenraumluft ist daher von hoher gesundheitlicher Bedeutung für das Individuum und die Bevölkerung. Dies steht allerdings im Gegensatz zu unserem oft lückenhaften Wissen über die Belastungssituation in diesem Lebensbereich. Während wir durch Messstationen, Messprogramme und Forschungsprojekte häufig über eine oft zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Datenbasis in der Außenluft verfügen, gilt dies nicht für Innenräume. Aus Sicht des Gesundheitsschutzes, aber auch unter Präventionsgesichtspunkten, ist diese Situation unbefriedigend.

In der Vergangenheit hat dieser Mangel an belastbaren Daten immer wieder dazu geführt, dass Maßnahmen getroffen wurden, obwohl die fachlichen Grundlagen hierfür kaum vorlagen. Ein weiterer Nachteil ist das weitgehende Fehlen einer rechtlich verbindlichen Regelung zum Gesundheitsschutz und zur Prävention vor Belastungen in Wohninnenräumen, vor allen Dingen für öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten. Dies überrascht auch deshalb, weil seit langem bekannt ist, dass die Raumluftqualität beispielsweise in Klassenräumen das Wohlbefinden und die Gesundheit von Kindern nachteilig beeinflussen kann. Kinder sind eine besonders sensible Gruppe, da sich ihre Lungen, ihr Immunsystem und ihre Entgiftungsmöglichkeiten noch in der Entwicklung befinden. Auch aufgrund z.B. ihrer höheren Aktivität und Atemfrequenz sind sie relativ gesehen einer höheren Schadstoffdosis als Erwachsene ausgesetzt. Ein entscheidender Punkt bei der Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Bevölkerung stellt daher die Luftqualität unserer Innenräume dar. Aus diesem Grund besitzt diese Problemstellung auch für politische Entscheidungsträger eine hohe Relevanz.

Insgesamt werden unter dem Begriff „Innenraum“ sehr unterschiedliche Raumtypen verstanden. In der vorliegenden Arbeit wird auf die Definition im Rahmen einer Veröffentlichung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte (jetzt Ausschuss für Innenraumrichtwerte) der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes und der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden Bezug genommen (Adhoc-AG 2007a).

Danach zählen zu den Innenräumen:

  • Wohnungen mit Wohn-, Schlaf-, Bastel-, Sport- und Kellerräumen, Küchen und Badezimmern
  • Arbeitsräume bzw. Arbeitsplätze in Gebäuden (z.B. Büros, Verkaufsräume), die nicht im Hinblick auf Luftschadstoffe arbeitsschutzrechtlichen Kontrollen unterliegen
  • öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Bibliotheken, Gaststätten, Theater, Kinos und andere Veranstaltungsräume
  • Fahrgasträume von Kraftfahrzeugen und alle öffentlichen Verkehrsmittel

Hierbei ist zu beachten, dass für Arbeitsräume (Räume, in denen Arbeitsplätze innerhalb von Gebäuden dauerhaft eingerichtet sind) die Anforderungen gemäß Arbeitsstättenverordnung zu beachten sind. Grundsätzlich gelten Räume in Arbeitsstätten (wie z.B. Büroräume) als Innenräume im Sinn der oben genannten Definition, wenn die dort auftretenden Schadstoffe nicht als Arbeitsstoffe verwendet werden oder wenn ein Arbeitsstoff aus einem gefahrstoffrechtlich geregelten Bereich in diese Räume übertritt (Ad-hoc-AG 2014).

Zitierweise:
Fromme H (2021). Luftverunreinigungen in Innenräumen - Vorkommen und gesundheitliche Bewertungen von chemischen, physikalischen und biologischen Faktoren, ecomed Medizin, Landsberg

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