Pertussis in Deutschland – Welche Rolle spielt die Arbeitsmedizin für die Prävention?

W. Hellenbrand, S. Wicker, U. Heininger

Abstract aus Umweltmedizin – Hygiene – Arbeitsmedizin:

Pertussis (Keuchhusten) ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die in Deutschland ca. alle 5 Jahre zyklisch ansteigt. Auch erwachsene Personen sind zunehmend betroffen; diese spielen eine wichtige Rolle für die Übertragung auf ungeschützte Säuglinge oder andere vulnerable Personen, z. B. in Gesundheitseinrichtungen. Die verfügbaren azellularen Pertussis-Impfstoffe haben eine hohe Wirksamkeit, der Impfschutz lässt jedoch bereits nach wenigen Jahren nach. Zudem sind Impfquoten bei Jugendlichen und Erwachsenen unzureichend. Das Auftreten von Erkrankungen in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen erfordert umfangreiche Kontrollmaßnahmen und hohe Kosten. Die Arbeitsmedizin spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Maßnahmen, die eine Verbreitung von Pertussis verhindern können. Dazu gehören niederschwellige Impfangebote und eine gute Aufklärung hinsichtlich des Nutzens der Impfung für das Personal und die Patienten oder andere Kontaktpersonen, sowie auch der Wirksamkeit und Sicherheit verfügbarer Impfstoffe. Darüber hinaus erforderlich sind ein hohes Bewusstsein für Pertussis als Ursache von Husten, die Anwendung von Hygienemaßnahmen bei Auftreten von respiratorischer Symptomatik bei Personal und Patienten, eine frühzeitige Diagnostik bei Verdacht auf Pertussis mit sofortiger Freistellung von Personal bzw. Isolierung vom Patienten bis zum Vorliegen einer negativen Diagnostik bzw. bis eine Antibiotika-Therapie für die Dauer von mindestens 5 Tagen erfolgt ist.

Schlagworte: Pertussis, Pertussisimpfung, medizinisches Personal, nosokomiale Infektionen

English Version:

Pertussis (whooping cough) is a highly contagious infectious illness with cyclic increases in Germany about every five years. Adults are increasingly affected; they play a key role in the transmission to susceptible infants or other vulnerable persons, such as hospitalized patients. Available acellular pertussis vaccines are highly effective, but protective immunity wanes rapidly. In addition, vaccination coverage is inadequate, especially among adolescents and adults. The occurrence of pertussis in educational or health care settings requires extensive control measures and is associated with high costs. Occupational medicine plays an important role in the implementation of measures to prevent spread of pertussis. These include convenient access to pertussis vaccination and targeted information regarding the benefits of both for staff and patients or other close contacts. A high index of suspicion for pertussis as a cause of cough illness is also essential, as are the implementation of hygiene measures when respiratory symptoms occur in patients or staff, early microbiological diagnosis when pertussis is suspected with immediate furlough of staff or isolation of patients until a negative result is obtained or antibiotic therapy is implemented for at least 5 days.

Key words: pertussis, pertussis vaccination, healthcare workers, nosocomial infection

 

Zitierweise:
Hellenbrand W, Wicker S, Heininger U (2018). Pertussis in Deutschland – Welche Rolle spielt die Arbeitsmedizin für die Prävention?. Umweltmed – Hygiene – Arbeitsmed 23(5): 291–300

Nowak / Herr / Eikmann / Steinmann / Panter

Journal of Environmental and Occupational Health Sciences

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