Social Media Addiction? Instagram und der Teufelskreis der sozialen Vergleiche

P. Sleczka, M.A. Nguyen, U.G. Buchner

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Zusammenfassung:

Hintergrund: Im Unterschied zu anderen Plattformen steht bei dem zunehmend populäreren Instagram die eigene Selbstdarstellung, etwa mittels gestellter und bearbeiteter Bilder, im Vordergrund. Die aktuelle Studie untersucht Zusammenhänge zwischen Vergleichen mit anderen Nutzer*innen und dem Selbstwert und Wohlbefinden junger Frauen.

Methode: Basierend auf einer Querschnittsbefragung von n = 12 603 Instagram-Nutzerinnen (18–27 Jahre) wurde ein neuer Fragebogen zur Erfassung sozialer Vergleiche auf Instagram psychometrisch evaluiert. Mittels Regressions- und Strukturgleichungsmodellen wurden direkte und mediierte Einflüsse der aktiven und passiven Nutzung, sozialer Vergleiche und des Selbstwerts auf zwei Indikatoren des Wohlbefindens – Lebenszufriedenheit und Stimmungsniveau – untersucht.

Ergebnisse: Der Fragebogen erfasst soziale Aufwärtsvergleiche und weist gute psychometrische Eigenschaften auf. Die aktive und passive Nutzung von Instagram zeigen einen signifikanten, sehr schwach positiven Zusammenhang zum Wohlbefinden. Es findet sich ein partieller Mediationseffekt vom Selbstwert beim Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichen und Wohlbefinden.

Schlussfolgerungen: Soziale Vergleiche haben einen stark negativen Einfluss auf den Selbstwert von jungen Frauen, der wiederum zu einer niedrigeren Lebenszufriedenheit und schlechterer Stimmung führt. Werden soziale Medien zur Stimmungsregulation verwendet, kann dieser Mechanismus die Entwicklung eines problematischen Nutzungsmusters begünstigen.

Abstract:

Background: The increasingly popular social platform Instagram differs from other platforms such as Facebook. Rather than communicating with friends, it facilitates self-presentation with posed and modified pictures. The current study investigates relations between comparisons with other users and self-esteem and well-being of young women.

Method: The study was based on a cross-sectional survey among n = 12 603 female Instagram users. A new questionnaire measuring social comparisons on Instagram was developed and psychometrically evaluated. Regression analyses and structural equation modelling were applied to investigate the direct and mediated effects of active and passive use of Instagram, social comparisons and self-esteem on two
indicators of well-being: mood level and life satisfaction.

Results: The new questionnaire measuring upward social comparisons presents good psychometric characteristics. Both active and passive use of Instagram had a very weak positive impact on well-being. Self-esteem partially mediated the relation between social comparisons and well-being.

Conclusions: Social comparisons have a strong negative impact on the self-esteem of young women, which in turn negatively influences their life satisfaction and mood levels. When social media is used to cope with bad mood, this mechanism can become a vicious circle and possibly facilitate the development of social media addiction.

Zitierweise:

Sleczka P, Nguyen MA, Buchner UG (2020). Social Media Addiction? Instagram und der Teufelskreis der sozialen Vergleiche. Suchtmedizin 22(4): 147-158

Soyka / Haltmayer / Bruggmann / Krausz / Backmund / Walter

Addiction Medicine

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