Vorkommen und gesundheitliche Auswirkungen globaler Schadstoffbelastungen

J. Becker, S. Böse-O'Reilly

Abstract aus dem Handbuch der Umweltmedizin:

Die Umweltverschmutzung durch Schadstoffe ist global eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Neben den fatalen Auswirkungen auf die Umwelt werden eine Vielzahl der Krankheiten,
die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben, durch die starke Umweltverschmutzung durch Schadstoffe gefördert. Dazu zählen unter anderem Asthma, COPD, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Neueste Berechnungen aus dem Jahr 2017 gehen davon aus, dass ungefähr 9 Millionen Todesfälle weltweit auf die Exposition mit Schadstoffen zurückzuführen sind. Trotz der Problematik der Berechnung der vorzeitigen Todesfälle überragt diese Zahl die Todesfälle durch andere Ursachen so weit, dass die Bedeutung der Schadstoffe für die Mortalität weltweit als signifikant anerkannt werden muss. Besonders betroffen durch die Verschmutzung mit Schadstoffen sind die Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen, im besonderen Sub-Sahara-Afrika, Indien und China.

Die wichtigsten Arten der Verschmutzung sind die Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie die Exposition mit Schadstoffen am Arbeitsplatz, dabei trägt eine Vielzahl von Schadstoffen zur  Umweltverschmutzung bei. Besonders weit verbreitet und daher auch gut erforscht sind die Verschmutzung und die gesundheitlichen Auswirkungen durch Feinstaub (PM2,5), aber auch die anderen Bereiche der Verschmutzung spielen eine bedeutende Rolle.

Die Schadstoffbelastung hat nicht nur für die Gesundheit von Menschen und Tieren negative Folgen, sondern führt auch zu negativen ökonomischen Auswirkungen. Durch die Verschmutzung entstehen gesellschaftliche Kosten, die unter anderem durch Produktivitätsverluste, das Anfallen von Gesundheitskosten und durch Schäden an Ökosystemen entstehen.

Mit zunehmendem Wissen über die Auswirkungen von Schadstoffen gilt die Umweltverschmutzung und Gesundheitsbelastung durch diese jedoch als vermeidbar, wenn bereits bekannte Strategien zum Schutz weiterhin konsequent umgesetzt und neue entwickelt werden. Da Schadstoffe über nationale Grenzen hinaus wirken, stellen internationale Abkommen zur Schadstoffkontrolle ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung der Belastung dar.

Zitierweise:
Becker J, Böse-O'Reilly S (2020). Vorkommen und gesundheitliche Auswirkungen globaler Schadstoffbelastungen. In: Wichmann HE, Fromme H (Hrsg): Handbuch der Umweltmedizin, Kap. VIII-4, 66. Erg.Lfg., ecomed Medizin, Landsberg

Wichmann / Fromme / Zeeb

Toxikologie - Epidemiologie - Hygiene - Belastungen - Wirkungen - Diagnostik - Prophylaxe

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