Arbeitslosigkeit und ihre psychosozialen Folgen

V. Faust

Die Arbeitslosigkeit ist eines der bedrückendsten aktuellen Probleme unserer Zeit geworden. In einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben – einer der wirtschaftlich prosperierendsten Regionen Deutschlands – im Mai 2020 wurde deutlich: 4 von 10 Unternehmen kommen wohl um Entlassungen nicht herum. Rund 80 % rechnen mit Umsatzrückgängen im Gesamtjahr 2020. Etwa ein Fünftel geht davon aus, dass mindestens die Hälfte des Jahresumsatzes wegfällt. Fast ein Viertel kalkuliert mit Umsatzeinbrüchen zwischen 25 und 50 %.

Trotz Lockerungsmaßnahmen steht zum Befragungszeitraum jedes vierte Unternehmen still. Diese existenz-bedrohende Situation zeigt sich auch bei der Personalplanung: 4 von 10 befragten Betrieben planen Personal in den nächsten 12 Monaten abzubauen. Besonders betroffen sind die Gastronomie und die Reisewirtschaft. Da die Kosten ohne Umsatz weiterlaufen, ist das Eigenkapital schnell aufgebraucht. Schon mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen klagt über Eigenkapital-Rückgang, ein Drittel über einen akuten Liquiditäts-Engpass. Fast jedes dritte Unternehmen rechnet erst im Jahr 2021 oder später mit einer Rückkehr zur Vorkrisen-Geschäftstätigkeit (nach SZ vom 13.05.2020).

Doch Arbeitslosigkeit hat auch eine vor allem langfristig wirkende psychosoziale Komponente, die auf Dauer nicht ohne seelische Konsequenzen bleiben kann (nach A. Hollederer, 2009):

  • Allgemein demoralisierende Wirkung
  • Störung der Berufs- und Freizeitrolle
  • Verlust der Zeitperspektive
  • Handlungs-Ohnmacht
  • Belastung aller sozialen Bezüge (Ansehen, Selbstwert usw.)
  • Vertrauenskrise
  • Einbußen im familiären Bereich, vor allem zunehmende Entfremdung im engeren Personenkreis
  • Einschränkung der persönlichen Ausgaben
  • Rückgang von Aktivitäten und Interessen trotz vermehrter freier Zeit.



Im Buch finden Sie den kompletten Beitrag mit weitergehenden Informationen zu Ausprägungen und Besonderheiten bzgl. Geschlecht, Alter, soziokulturellem Status sowie zu Therapieoptionen.


Zitierweise:
Faust V (2020): Von Amok bis Zwang - Band 6, ecomed Medizin, Landsberg

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