Komplikationen nach Punktionen herznaher Gefäße bei Kindern

C. Breschan

| AINS | Chirurgie | Anästhesiologie

Den kompletten Artikel können Sie in unserem Kompendium "Anästhesiologie" nachlesen.

Für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder sind zentrale Venenkatheter sowohl für den intra- als auch postoperativen Verlauf bei großen Eingriffen wichtig. Aufgrund der Größenverhältnisse bei Neugeborenen und Säuglingen ist die direkte Punktion einer tiefen Körpervene wie der Vv. jugularis interna, subclavia, brachiocephalica, axillaris oder seltener der V. femoralis auch für erfahrene Anästhesisten eine Herausforderung. Durch die Nähe der Venen zum kardiorespiratorischen System kann es dabei zu fatalen Komplikationen kommen. Heute ermöglicht die Ultraschalltechnik, auch in der Tiefe liegende Gefäße unter Sicht zu punktieren. Profunde Kenntnisse der Sonoanatomie, dreidimensionales Vorstellungsvermögen, Vertrautheit mit dem Material und vor allem eine gute Hand-Auge-Koordination sind die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und risikoarme Punktion. Die Ultraschalltechnik ermöglicht auch die rasche Diagnose von Punktionskomplikationen wie Katheterfehllagen, Perikarderguss und den Ausschluss eines Pneumothorax. Die Ultraschalltechnik ermöglicht zudem die periclaviculäre Anlage relativ großlumiger Katheter, i.e. 2-French, auch bei extrem kleinen Frühgeborenen. Im Gegensatz zu den sehr dünnlumigen, peripher eingeführten epikutanen Cavakathetern ermöglichen diese Katheter zusätzlich eine großzügige Volumenzufuhr, ein Monitoring und Blutabnahmen. Das kann in gewissen Situation zu einer Reduktion der Morbidität aber auch Mortalität in dieser Altersgruppe beitragen.


Ziel dieses Artikels ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Komplikationen nach der Punktion herznaher Gefäße bei Kindern, das Erfassen möglicher Risikofaktoren und die Vermeidung solcher Komplikationen mit dem Schwerpunkt der ultraschallgesteuerten Punktion.

Definitionen
Zentrale Venenkatheter, d.h. Katheter, deren Spitze entweder in der unteren oder oberen Hohlvene liegt, werden neuerdings klassifiziert in (World Congress of Vascular Access (WoCoVa); www.gavecelt.it):

  • CICC (centrally inserted central catheter):periclaviculäreingeführte Katheter
  • PICC (peripherally inserted central catheter)
  • FICC (femorally inserted catheter)
  • ECC (epicutaneo-caval catheter): peripher eingeführte Katheter bei Neu- und Frühgeborenen (ohne Ultraschallsteuerung)

Allgemeines
Die Punktion tiefer Körpervenen ist eine komplikationsträchtige Intervention. Mit der klassischen landmarkengestützten Technik werden 23 % Fehlpunktionen und 25 % Komplikationen bei der V.jugularis interna und bis zu 14 % Komplikationen bei der V. subclavia beschrieben. Mit der Ultraschallsteuerung liegt die versehentliche arterielle Punktion jetzt bei periclaviculären Punktionen unter 1 %.



Zitierweise:
Breschan (2021). Komplikationen nach Punktionen herznaher Gefäße bei Kindern. In: Eckart J, Jaeger K, Möllhoff T (Hrsg.). Anästhesiologie, 72. Erg.-Lfg., Landsberg: ecomed Medizin

Eckart / Jaeger / Möllhoff

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