Multiple Chemical Sensitivity (MCS)/Idiopathic Environmental Intolerances (IEI)

C. Hausteiner-Wiehle, S. Bornschein, C. Hornberg, G.A. Wiesmüller

Menschen mit „Multipler Chemikaliensensitivität (MCS)“ berichten über ein breites Spektrum episodischer, teils auch anhaltender Beschwerden nach Kontakt mit Alltagschemikalien, aber auch mit Lärm, Infraschall, elektromagnetischen Feldern u.v.m. Es gibt weder typische körperliche, laborchemische oder apparative Befunde noch einen eindeutig reproduzierbaren Zusammenhang zwischen Triggern und Beschwerden.

Daher geht man heute von einer funktionellen, multifaktoriellen Ätiologie aus, bei der Vorerfahrungen und Erwartungen zu einer Fehlattribution und dann zu einer anhaltenden, ängstlichen Aufmerksamkeitsfokussierung mit Hyperarousal und zunehmender Sensitivierung führen. Psychosozialer Stress spielt dabei eine bidirektionale Rolle, zum einen als prädisponierender und aufrechterhaltender Faktor, zum anderen als Folge der oft erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag.

Die Diagnostik bei Verdacht auf MCS sollte wissenschaftlich fundiert und nicht redundant erfolgen und dabei sowohl körperliche (einschließlich toxikologischer) als auch psychische Komorbiditäten bzw. Differenzialdiagnosen berücksichtigen. Ausgangspunkt dafür sind eine besonders ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung.

Die Behandlung besteht wie bei anderen funktionellen Erkrankungen im Wesentlichen aus Psychoedukation und der gemeinsamen Entwicklung eines individuellen, biopsychosozialen Erklärungsmodells. Eine spezifischere MCS-Therapie gibt es bislang nicht; weder für psychotherapeutische noch für medikamentöse oder invasive Methoden gibt es hinreichende Evidenz. Betroffene suchen oft Rückzug und Vermeidung, wodurch sich Funktionsniveau und Teilhabe meist weiter verschlechtern. Ergänzende Angebote sollten daher vor allemaktiv und bewältigungsorientiert sein, z.B. im Hinblick auf Angst-/Stressreduktion oder Entspannungsfähigkeit.

Im Buch finden Sie den kompletten Beitrag mit weitergehenden Informationen.

 

Zitierweise:
Hausteiner-Wiehle C, Bornschein S, Hornberg C, Wiesmüller GA (2020). Multiple Chemical Sensitivity (MCS)/Idiopathic Environmental Intolerances (IEI). In: Letzel S, Nowak D (Hrsg): Handbuch der Arbeitsmedizin, Kap. D I–13.1.2, 58. Erg.-Lfg. ecomed Medizin, Landsberg

Letzel / Nowak

Arbeitsphysiologie, Arbeitspsychologie, Klinische Arbeitsmedizin, Gesundheitsförderung und Prävention

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