Opioidsubstitutionsbehandlung im Justizvollzug: Welche Belege für die Wirksamkeit, welche Hindernisse und welche Lösungsmöglichkeiten bestehen?

H. Stöver, K. Keppler

| Suchtmedizin | Suchtmedizin

Den kompletten Artikel können Sie in unserer Zeitschrift "Suchtmedizin" nachlesen.

Zusammenfassung:

Nach wie vor werden in Haft weniger opioidabhängige Menschen substituiert als in Freiheit. Dabei ist der Zugang zu einer solchen Behandlung nicht nur ein Weg aus der Sucht, sondern auch Menschenrecht. Darüber hinaus wurden zahlreiche positive Effekte wie Steigerung der Lebensqualität, Senkung des HIV/HCV/HBV-Infektionsrisikos und Reduktion opioidbedingter Mortalität nach der Haft beobachtet. Außerdem wurde ein Rückgang sowohl von entzugsbedingter Gewalt als auch von Beschaffungskriminalität festgestellt. Darüber hinaus erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Haftentlassene im Anschluss an ihre Haftstrafe eine Therapie beginnen. Dem gegenüber stehen Schwierigkeiten einer Substitutionsbehandlung in Haft, wie personeller Bedarf, Handel mit Substituten unter den Gefangenen oder Schwierigkeiten, die Behandlung nach der Haft fortzuführen. Die Wirksamkeit und Bedeutung einer solchen Behandlung für opioidabhängige Menschen steht allerdings außer Frage. Es existieren bereits erste grundlegende Leitfäden für eine gute Praxis der Substitutionsbehandlung in Haft. Deshalb bleibt zu hoffen, dass eine Opioidsubstitutionsbehandlung in der medizinischen Versorgung auch im Justizvollzug eine Selbstverständlichkeit wird und die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.

Opioidsubstitution in detention: Evidence, challenges and best practice

Fewer opioid-addicted people are still substituted in prison than in freedom. Access to such treatment is not only a way out of addiction, but also a human right. In addition, numerous positive effects are noted like an increase in quality of life, reduction of HIV/HCV/HBV infection risk and reduction of opioid-related mortality after detention. Furthermore, a decrease in drug withdrawal related violence as well as acquisitation crime is found. Also, an increased probability to start therapy after detention could be observed. On the other hand, there are difficulties of substitution treatment in custody, such as personnel needs, substitute trafficking among prisoners or difficulties for further treatment after detention. However, the effectiveness and importance of such a treatment for opioid-dependent people is beyond question. There are already best practice guidelines for a successful implementation of opioid substitution treatment in prison. Therefore, an opioid substitution treatment should be a natural part of medical care in prisons and the penal system itself should provide fitting conditions.

Zitierweise:

Stöver H, Keppler K (2021). Opioidsubstitutionsbehandlung im Justizvollzug: Welche Belege für die Wirksamkeit, welche Hindernisse und welche Lösungsmöglichkeiten bestehen? Suchtmedizin 23(2): 59–66

Backmund / Walter / Soyka / Haltmayer / Bruggmann / Krausz

Addiction Medicine

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